Thema des Monats Dezember 2020 - Progressionsvorbehalt

Thema des Monats Dezember 2020 – Progressionsvorbehalt

30.11.2020

Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage sind einige Unternehmen in Deutschland gezwungen Ihre Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu schicken.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff des Progressionsvorbehaltes auf.

Grundsätzlich zählen sogenannte Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel das Arbeitslosen-, Eltern- und Krankengeld unter den sog. Progressionsvorbehalt.

Auch das Kurzarbeitergeld fällt unter den sog. Progressionsvorbehalt.

Diese Lohnersatzleistungen sind nach § 3 EStG grundsätzlich steuerfrei und fließen also (zunächst) daher nicht in das zu versteuernde Einkommen ein.

Aber das mit der Steuerfreiheit stimmt im wirtschaftlichen Endergebnis eben leider nicht ganz.

Das liegt am „Progressionsvorbehalt“. Dieser bewirkt, dass das „normale“ nicht dem Progressionsvorbehalt unterliegende Einkommen mit einem etwas höheren Steuersatz im Rahmen der Einkommensteuererklärung belastet wird.

Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen:

Ein Angestellter erhält anstelle seines normalen Bruttoarbeitslohns von 50.000 EUR im Jahr 2020 lediglich 40.000 EUR Bruttoarbeitslohn und zusätzlich Lohnersatzleistungen (in diesem Beispiel Kurzarbeitergeld) in Höhe von 7.000 EUR.

Bei der Lohnauszahlung des Kurzarbeitergeldes wird dieses grundsätzlich (und richtigerweise) steuerfrei gestellt und ausgezahlt.

Im Rahmen der Steuererklärung addiert das Finanzamt gedanklich die 7.000 EUR Kurzarbeitergeld zu den 40.000 EUR Einkommen (Bruttoarbeitslohn) besteuert dann aber nicht etwa die kompletten 47.000 EUR mit dem normalen Steuersatz,  – sondern errechnet zuerst den für 47.000 EUR geltenden Steuersatz. Der so ermittelte Steuersatz wird dann auf das Einkommen von 40.000 EUR (ohne Kurzarbeitergeld) angewandt.

Die daraus resultierenden Nachzahlungen sind teilweise nicht unerheblich. So wird man je nach Fall mit ungefähr einem Siebtel bis einem Zehntel der Lohnersatzleistung durch die Steuernachzahlung belastet. Diese grobe Faustregel hängt natürlich vom jeweiligen individuellen Einzelfall und den sonstigen Parametern der Einkommensteuererklärung ab.

Leistungen nach dem Progressionsvorbehalt werden dem Finanzamt automatisch mitgeteilt. Die Abgabe einer Steuererklärung ist für jeden Empfänger einer Lohnersatzleistung (über 410 EUR) verpflichtend, so dass zwangsläufig zu den oben genannten Effekten kommen kann.

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29.12.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesfinanzhof entschied kürzlich, dass die Aktienzuteilung im Rahmen eines US-amerikanischen „Spin-Off“ an private Kleinanleger nicht zu einem steuerpflichtigen Kapitalertrag führt. Erst im Zeitpunkt einer späteren Veräußerung der Aktien seien etwaige Veräußerungsgewinne zu versteuern.

Seit dem Bestehen von Internetplattformen für jedermann zur Veräußerung von Wirtschaftsgütern aller Art werden über diese Plattformen von Privatleuten Gegenstände veräußert. Diese Plattformen haben in weiten Teilen den früher üblichen „Garagen“-Flohmarkt ersetzt. In diesem Zusammenhang entsteht dann die Frage, welche Steuerarten hiervon betroffen sein können.

Durch den Jahreswechsel haben sich ein paar wenige steuerliche Änderungen ergeben. Aufgrund des Regierungswechsels rechnen wir mit weiteren Änderungen im Laufe des folgenden Jahres 2022, die wir Ihnen mit den anderen für Sie relevanten  Neuregelungen des Jahres 2022 zeitnah vorstellen werden. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle in Kürze die Anhebung des Sachbezugswertes auf 50 EUR vorstellen. Zur generellen Rechtsprechung und des im Jahr 2021 veröffentlichten BMF Schreibens mit den teilweisen neuen „Spielregeln“ ab dem Jahr 2022 möchten wir auf unser Thema des Monats Mai 2021 (Sachbezüge als steuerfreie Incentives für Mitarbeiter-neue Regelungen (ac-steuerberater.de) verweisen, in dem die Hintergründe erläutert werden.

29.11.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesfinanzhof entschied kürzlich, dass die Aktienzuteilung im Rahmen eines US-amerikanischen „Spin-Off“ an private Kleinanleger nicht zu einem steuerpflichtigen Kapitalertrag führt. Erst im Zeitpunkt einer späteren Veräußerung der Aktien seien etwaige Veräußerungsgewinne zu versteuern.

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Im kommenden Jahr 2022 wird es eine flächendeckende Neubewertung aller Grundstücke (hierzu zählen auch Eigentumswohnungen) für die Festsetzung der Grundsteuer geben. Von der Grundsteuerreform werden ca. 36 Mio. wirtschaftliche Einheiten (bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Betriebe der Land und Forstwirtschaft) in ganz Deutschland betroffen sein.
In diesem Zusammenhang werden alle Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, gesonderte Steuererklärungen zur Wertermittlung Ihrer Grundbesitzeinheiten einzureichen. Nach dem derzeitigen Willen des Gesetzgebers sollen alle betroffenen Steuerpflichtigen im Zeitraum vom 01. Juli 2022 bis spätestens zum 31. Oktober 2022 eine Steuererklärung zur Ermittlung der Grundsteuerwerte auf den Bewertungsstichtag 01. Januar 2022 digital an das Finanzamt übermitteln.

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